Richtige Rasenpflege: Schritt für Schritt

12. April 2021

Der richtige Start in die Rasensaison

Der Rasen sprießt - oder auch nicht? In jedem Fall ist im Frühjahr die richtige Zeit, dem eigenen Rasen ein wenig auf die Sprünge zu helfen, damit der grüne Teppich den kommenden Sommer übersteht.

Doch wann ist was zu tun, um einen gepflegten Rasen zu erhalten? Mähen, düngen, vertikutieren, nachsäen... Die richtige Reihenfolge ist entscheidend! 

Wir zeigen Ihnen in unserem Ratgeber-Artikel, wie die richtige Rasenpflege Schritt für Schritt aussieht.

Schritt 1: Die Bestandsaufnahme und das Freilegen der Rasenfläche


Kleine Äste und altes Laub gilt es vorab zu entfernen. Dafür gibt es zwei Gründe:

  • Um den Rasen für die weitere Bearbeitung sauber zu bekommen.
  • Um dem Rasen eine optimale Wuchssituation zu bescheren. So bilden sich zum Beispiel unter Laub, das auf dem Rasen liegt, zu feuchte Stellen, um ein gutes Wachstum des Rasens zu begünstigen.

Zu den Vorarbeiten gehört auch die Beseitigung noch vorhandener Maulwurfshügel (es sei denn, man möchten den kleinen Gräbern auch in der neuen Saison eine Heimat im eigenen Garten geben). Dazu die Ausgänge festtreten und die Haufen abheben.

Maulwurfshügel im Gras
Maulwurfshügel - nicht unbedingt eine Freude für den Rasenfreund (Bild von Pavel Sternberg auf Pixabay)

Schritt 2: Das erste Rasenmähen


Im April ist der ideale Zeitpunkt für den ersten Rasenschnitt. Beim ersten Mähen sollten Sie darauf achten, die Schnitthöhe nicht zu kurz einzustellen.

Optimal ist beim Erstschnitt eine Rasenlänge von ca. 4 cm. Da es im April nachts durchaus noch einmal richtig kalt werden kann, ist ein zu kurzer Schnitt nicht sinnvoll, da sonst die Graswurzeln zu offen liegen. 

Unser Tipp: Mähen Sie beim Erstschnitt mit einer Mulchfunktion, sofern nach dem Mähen nicht weitere Pflegeschritte wie Vertikutieren oder Düngen erfolgen sollen. 

Das Mulchen selbst übernimmt schon eine Düngefunktion und schützt zudem die Rasenpflanzen vor Frost oder zu kalten Temperaturen. 

Die Wachstumstätigkeit des Rasen beginnt erst bei einer Temperatur um die 15 Grad. Daher sollte der Rasen nicht zu früh vertikutiert bzw. Moos oder Verfilzungen entfernt werden.

Mulchrasenmäher
Mulchen - eine gute Alternative zum Düngen beim ersten Mähen im Frühjahr (Bild: Tim Evans/Shutterstock.com)

Schritt 3: Ist es warm genug, kommt der Vertikutierer zum Einsatz


Worauf Sie beim Vertikutieren achten sollten:

  1. Auch wenn es im ersten Moment effektiv erscheint, setzen Sie einen Vertikutierer maßvoll ein! Die Messer sollten nicht tiefer als 3 mm in den Boden dringen, um Verfilzungen zu lösen oder Moos zu entfernen.
  1. Setzen Sie den Vertikutierer zu tief an, wird das Ergebnis Sie zwar im ersten Moment begeistern. Die Menge, die der Vertikutierer aus dem Rasen entfernt, kann allerdings schädigen und die Rasenpflanzen selbst sehr stark verletzen, was eine zügige Regeneration der Rasenfläche verhindern würde. 

  1. Achten Sie vor dem Vertikutieren darauf, ob sich Ihr Rasen tatsächlich schon in der Wachstumsphase befindet. Sie ersparen sich dadurch übermäßiges Nachsäen. Idealer Zeitpunkt zum Vertikutieren ist daher nicht vor dem ersten Mähen, sondern besser nach dem zweiten oder dritten Mähen.
  1. Durch unser mildes Klima verschiebt sich die Wachstumsphase des Rasens zwar immer mehr nach vorne, aber als Faustregel gilt:

  1. Vertikutieren sollten Sie zweimal im Jahr. Mag es auch verlockend sein, zwischendurch noch einmal den Vertikutierer einzusetzen, wenn man sieht, dass statt Rasen wieder Moos und Unkraut nachwächst - Sie erreichen mit zu häufigem Vertikutieren nur das Gegenteil: Der Rasen wird schwächer, das Unkraut wird mehr.

Tipp: Wichtig beim Vertikutieren ist es, die Rasenfläche zuerst längs in einer Richtung und anschließend quer zur ersten Spur zu bearbeiten.


Mehr Informationen zum richtigen Vertikutieren des Rasens erhalten Sie in unserem Ratgeber-Artikel "Den Rasen vertikutieren - aber richtig!".

Ein Rasen wird vertikutiert
Der Unterschied zwischen Vorher und Nachher ist schön zu sehen: Links im Bild wurde vertikutiert, d. h. die Grasnarbe ist aufgelockert. (Bild: Ingo Bartussek/Shutterstock.com)







Illustration zeigt Vorgang beim Vertikutieren
Die Grafik zeigt, was im Rasen beim Vertikutieren passiert. (Bild: Melkisheva Viktoriia/Shutterstock.com)

Schritt 4: Das Kalken des Bodens


Moose und Unkräuter bevorzugen saure Böden. Beim Kalken regulieren Sie den ph-Wert Ihres Rasens zu Gunsten der Rasenpflanzen.

Nach dem Kalken braucht die Rasenfläche einige Tage Ruhe, bevor Sie zum nächsten Schritt der Rasenpflege kommen können.

Schritt 5: Düngen des Rasens


Nachdem sich der Kalk aufgelöst hat, können Sie den Rasen düngen. 

Rasenpflanzen benötigen nach dem Winter zusätzliche Nährstoffe. Dafür hält der Handel spezielle Rasendünger bereit, die genau auf den Nährstoffbedarf von Rasenpflanzen ausgelegt sind. 

Wichtig beim Düngen ist die gleichmäßige Verteilung des Düngers auf der gesamten Rasenfläche, um einen einheitlichen Wuchs des Rasens zu erreichen.

Am besten gelingt das mit einem im Fachhandel erhältlichen Düngestreuer.

Für sehr große Flächen bieten sich hier auch Düngestreuer als Anhänger für Rasentraktoren an. 

Der geeignete Tag für das Düngen ist ein eher bedeckter Tag, idealerweise mit Aussicht auf nahenden Regen, da so der Dünger am Besten in den Boden zu den Wurzeln der Rasenpflanzen gelangt.

Schritt 6: Rasen nachsäen


Manchmal bleibt als letzter Schritt zur Erhaltung eines schönen Rasens nur die Nachsaat. Die Gründe hierfür können vielseitig sein:

  • ein zu aktiver Maulwurf
  • extreme Vermoosung
  • Sträucher, Bäume oder Beete im Rasen sind entfernt worden

Der richtige Zeitpunkt für die Nachsaat von Rasen ist die Zeit April/Mai oder der frühe Herbst. Die trockenen Sommermonate sollten eher gemieden werden, wenn neue Rasenflächen angelegt oder bestehender Rasen saniert werden sollen.

Bei der Aussaat von Rasen empfiehlt sich der Weg zu Ihrem Fachhändler. Der zukünftige schöne Rasen beginnt schon mit der richtigen Auswahl des Samens. Die beliebt bekannte Tiergartenmischung ist nicht für jeden Garten ideal. Spezielle Schattengrundstücke oder schwere, saure Böden können eine andere Anforderung an den Rasensamen stellen. 

Allgemein gilt: Wer beim Rasensamen spart, spart am falschen Ende. Auch die nett gemeinte Hilfe vom Nachbarn ("Ich habe noch einen halben Sack herumstehen") ist in der Regel wenig erfolgversprechend - die Keimfähigkeit von Rasensamen nimmt mit der Lagerzeit rapide ab, so dass Ihre ganze Mühe vorab umsonst gewesen ist. Na ja, ganz umsonst nicht, denn Unkräuter kümmern sich wenig um Ihren Plan vom tollen Rasen.

Je schlechter das Saatgut, das Sie verwenden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die neu eingesäte Fläche schon in der ersten Wachstumsperiode von Pflanzen erobert wird, die Sie dort eigentlich gar nicht haben wollten.


Artikel von TS Marketing & Consulting UG

Header-Bild: CharMoment/Shutterstock.com